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Nach jahrzehntelanger Entwicklung und Diskussion wurde zum 01.04.1995 die Pflegeversicherung (Elftes Buch Sozialgesetzbuch- Soziale Pflegeversicherung) als neue Säule der Absicherung in Deutschland umgesetzt. Erstmalig wurde die Pflege als Leistungsmöglichkeit umfassend bewertet.

Wichtige Kernpunkte des Pflegeversicherungsgeseztes sind:

  • Anspruch auf eine Grundversorgung der Pflege ... also eine "Teilkasko-Versicherung" mit Eigenanteilen.
  • ambulant vor stationär ... Unterstützung der Pflegepersonen bzw. Bezugspersonen im individuellen Pflegenetz zu Hause.
  • Rehabilitation (Leistungen der Krankenversicherung) vor Pflege.
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  • Absicherung der Pflegepersonen (Rentenversicherungsanteile / Unfallversicherung / Schulung und Begleitung).
  • Beratung durch die Pflegeversicherung (§ 7 SGB XI).
  • Die Anerkennung eines Pflegegrades hängt seit Einführung des neuen Pflegebdürftigkeitsbegriffs zum 01.01.2017 von dem Ausmaß der Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit und den Fähigkeiten der betroffenen Person ab. 

Pflegebedürftigkeit und die damit verbundene Aufteilung in Pflegegrade sind im Pflegeversicherungsgesetz genau definiert. Pflegebedürftig sind demnach Personen, „(…) die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate (…) bestehen“ (§14 Abs.1 SGB XI).

Maßgeblich für das Vorliegen von gesundheitlich bedingten Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten sind sechs Bereiche, die im Gesetz festgelegt sind. Pflegebedürftige erhalten nach der Schwere der Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten einen Grad der Pflegebedürftigkeit (Pflegegrad; §15 Abs.1 SGBXI). Die Schwere der Beeinträchtigung der Selbständigkeit wird im Rahmen einer Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen ermittelt.

Die Begutachtung zur Einstufung in einen Pflegegrad

Die Begutachtung durch die Gutachterinnen und Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) bzw. durch andere unabhängige Gutachter erfolgt nach schriftlicher oder telefonischer Terminbekanntgabe in der Regel bei der antragstellenden Person zuhause. Hierbei achten die Gutachtenden besonders darauf, welche Kompetenzen bei der Antragstellerin bzw. dem Antragssteller noch gut erhalten sind und welche Dinge die pflegebedürftige Person nicht mehr so gut kann. Diese Einschätzung erfolgt mit Hilfe eines pflegefachlich begründeten Begutachtungsinstruments. Folgende sechs Bereiche (sogenannte Module) werden für die Einschätzung der Pflegebedürftigkeit erhoben und mit Punkten bewertet:

  • Mobilität (Modul 1),
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (Modul 2),
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (Modul 3),
  • Selbstversorgung (Modul 4),
  • Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (Modul 5),
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (Modul 6).

Detailiierte Informationen zur Einstufung in einen Pflegegrad und zum Leistungsumfang der Pflegeversicherung haben wir für Sie in unserer Informationsbroschüre Der Weg zum Pflegegrad- Voraussetzungen und Leistungen der Pflegeversicherung zusammengefasst.

        Deckblatt Pflegegrad 2017

 

 

 

 

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